Main Echo – 10. April 2017 Bald Grabungen auf dem Kugelberg? Gemeinderat: Goldbach bewilligt 47 600 Eüro für bodenkundliche Untersuchung- Beginn voraussichtlich 2018

Von unserer Redakteurin NINA-ANNA BECKMANN

GOLDBACH. Dass auf dem Goldbacher Kugelberg einst eine Burg stand, ist bekannt. Noch heute sind Mauerreste im Wald oberhalb des Untergartenhofs zu sehen.

Grund genug, die alte Burganlage näher untersuchen zu lassen, befand der Goldbach Geschichts- und Heimatverein (GHV) und wandte sich mit dieser Bitte bereits vor fünf Jahren an das Archäologische Spessart-Projekt (ASP), wie GHV Vorsitzender Heribert Wilz im Gespräch mit unserem Medienhaus berichtet.

Am Freitagabend sind die Heimatforscher der Erfüllung ihres Wunschs einen großen Schritt nähergekommen. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, die Kosten für Grabungsarbeiten in Höhe von 47600 Euro zu übernehmen.

Dauer: drei Monate

Nun müssen nur noch die Untere Denkmalschutzbehörde und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege zustimmen, dann steht einem Grabungsbeginn im August 2018 nichts mehr im Wege, wie der stellvertretende Bürgermeister Andreas Parr (SPD), der die Sitzung leitete, sagte.

Sowohl Gemeinde als auch GHV hatten sich gewünscht, dass das ASP schon 2017 mit den Grabungsarbeiten beginnen würde. Dann hätten die Ergebnisse im Jahr des 800-jährigen Bestehens, das Goldbach 2018 feiert, präsentiert werden können. Aber das sei terminlich von Seiten des ASP nicht möglich gewesen, sagte Parr. Nun soll bei der Festwoche im Juni mit einem Infostand auf die Grabungen hingewiesen werden, so Parr weiter.

Ein Maßnahmen- und Kostenplan des ASP lag den Räten trotzdem schon vor. Demnach soll es innerhalb der auf drei Monate angelegten Untersuchungen sowohl Führungen als auch ein Bildungsprojekt voraussichtlich mit der Grundschule geben. Als Abschluss der Arbeiten ist ein Burgfest geplant. Im Nachgang der archäologischen Untersuchungen soll es eine Informationstafel an der Burgruine sowie eine Fachtagung geben. Der Markt Goldbach muss im Vorfeld der Grabungen Rodungsarbeiten am Kugelberg vornehmen, die Baustelle einrichten, für Wasser, WC und Strom vor Ort sorgen. Die Verpflegung der Arbeiter übernimmt der GHV.

Das ASP werde einen Zuschuss zu den Kosten beim Bezirk in Höhe von 10000 Euro beantragen, so dass für die Gemeinde 37600 Euro zu zahlen wären, informierte Parr die Räte, aus deren Reihen unter anderem die Anregung kam, ein P-Seminar des Hanns-Seidel-Gymnasiums Hösbach in das Projekt miteinzubeziehen.

Keine Prognosen möglich

»Da auf dem Kugelberg noch nie dokumentierte Grabungen stattgefunden haben, sind keine Prognosen über den Umfang und den Erhaltungszustand der zu erwarteten Funde möglich«, schreibt Harald Rosmanitz. Er hatte auch schon die Grabungsarbeiten des ASP in Hösbach-Rottenberg, Haibach und Waldaschaff geleitet.

Die Mitglieder des GHV, die bei der Gemeinderatssitzung im Publikum saßen, stört diese Ungewissheit nicht. Hoch erfreut sagte Vorsitzender Heribert Wilz nach der Gemeinderatssitzung im Gespräch mit unserem Medienhaus »Das ist wie ein Griff in eine Wundertüte. «

 

 

Steinerne Zeugen einer längst vergangenen Zeit: Heribert Wilz, Vorsitzender des Geschichts- und Heimatvereins Goldbach, und Forstbetriebsleiter Dieter Allig begutachten die Reste der einstigen Kugelburg. Voraussichtlich 2018 wird hier gegraben. Foto: Schreiber

 

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