Eine der ältesten Burgen

Tag des offenen Denkmals: Führungen bei Ausgrabungen am Goldbacher Kugelberg

Goldbach  Montag, 10.09.2018
 

Viel be­deu­ten­der als bis­her an­ge­nom­men ist der Ku­gel­berg in Gold­bach. Dies ist das Zwi­sch­e­n­er­geb­nis der Aus­gra­bun­gen, die das ar­chäo­lo­gi­sche Spess­art­pro­jek­tes und der Ge­schichts- und Hei­mat­ve­r­ein im Rah­men der 800-Jahr-Fei­er Gold­bachs un­ter­nom­men ha­ben.

Auf dem Kugelberg wurde um das Jahr 1120 eine mächtige Burg errichtet. Dabei handelt es sich um eine der ältesten Burgen in der Region, so der Leiter der Ausgrabungen, Harald Rosmanitz.


Münzen entdeckt

Vermutlich hat Erzbischof Adalbert von Saarbrücken, von 1111 bis 1137 Erzbischof von Mainz und damit der mächtigste Mann nach dem Kaiser, diese Burg errichten lassen. Übrigens hat er auch sie Stadtmauer in Aschaffenburg bauen lassen, deren letzte verbliebene Teile dem Bau des Landingtunnels zum Opfer gefallen sind.

Einer der bedeutendsten Funde sind die Münzen, die man entdeckt hat. Die Münzen zeigen Adalbert von Saarbrücken, aber es sind Fehlprägungen dabei. Der Fund dieser Fehlprägungen deutet darauf hin, dass hier Münzen geprägt worden sein könnten.

Ofenkacheln, die gefunden wurden, beweisen, dass die Burg das ganze Jahr hindurch bewohnt war. Auch hat man die Überreste eines Gefäßes gefunden, das benutzt wurde, um Neuankömmlinge auf der Burg zu begrüßen. Dazu wurde Wasser aus dem Gefäß auf die Hände der Besucher gegossen (zum Händewaschen) und somit Burgfrieden geschlossen. Wahrscheinlich waren die Bewohner Ministeriale, das heißt Verwaltungsbeamte des Erzbischofs von Mainz.

 

Stellungen der Waffen-SS

Um 1180 verlor die Burg ihre Bedeutung und wurde zerstört und wahrscheinlich wiederaufgebaut, 1218 wurde die Burg von den Besitzern dem Kloster Schmerlenbach geschenkt.

Im Zweiten Weltkrieg wurden auf dem Kugelberg Verteidigungsstellen der Waffen-SS errichtet. Die Soldaten haben sich dort in Stellungen eingegraben. Dadurch wurde leider einiges von der Anlage zerstört. Aber aufgrund der erhaltenen zwei Meter dicken Wehrmauern ist bekannt, dass es sich bei der Burg um rechteckige Anlage, handelte, die 20 auf 30 Meter umfasste.

 

Wartezeiten für Führungen

Bei der Führung betont Harald Rosmanitz, dass viele Tausend Ehrenamtliche bisher im archäologischen Spessartprojekt mitgearbeitet haben. Der Tag des offenen Denkmals bewege so viele Leute, wie im Jahr in die Fußballstadien kommen.

Auch auf dem Kugelberg herrscht an diesem Sonntag ein großer Andrang, so dass Besucher Wartezeiten auf die nächste Führung in Kauf nehmen müssen.

MICHAEL MARKERT

 

 

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